Die Idee, ein friedliches Europa zu schaffen, gibt es seit langem. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit sind Staatsmänner und Philosophen mit Vorschlägen zur europäischen Einigung hervorgetreten.
Doch erst nachdem der Zweite Weltkrieg insbesondere Europa mit unsagbarem menschlichen Leid und unermeßlichen Zerstörungen überzogen hatte, gelang es, die Idee der politischen Einigung Europas schrittweise in die Tat umzusetzen.
Unabhängig voneinander kamen viele Menschen in Europa zu der Überzeugung, daß der Friede für künftige Generationen nur gewahrt werden könne, wenn das Chaos der uneingeschränkt souveränen Nationalstaaten überwunden wird. Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme waren den Einzelstaaten längst über den Kopf gewachsen.
Sie verlangten die Schaffung einer europäischen Föderation oder der Vereinigten Staaten von Europa. Die Staaten sollten sich zu einem europäischen Bundesstaat zusammenschließen, der durch seinen föderalen und demokratisch-parlamentarischen Aufbau zugleich unnötige Machtkonzentration verhindert und die Eigenarten seiner Völker wie auch ihre kulturelle Vielfalt erhält.
Für Europas Einheit in Vielfalt
Das Bewußtsein für die gemeinsame Herkunft
und der Wille zur gemeinsamen Zukunft
müssen entwickelt, die kulturelle Vielfalt
Europas als Merkmal der Europdischen Identität zugleich gewahrt und gefördert werden.
Für ein starkes Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament ist das Vertretungsorgan der Bürger. Es muß gleichberechtigt an der Gesetzgebung beteiligt werden und noch mehr Befugnisse erhalten.
Je mehr Bürger "Europa" wählen, desto größer
das Ansehen des Europaparlaments und
sein Rückhalt für mutige Entscheidungen.
Für eine föderale Verfassung
Die komplizierten Gemeinschaftsverträge
müssen in eine klar formulierte und für den
Bürger verständliche Verfassung einmünden,
die die gemeinsame föderale Ordnung
garantiert.
Ein verbindlicher Katalog gemeinsamer
Menschenrechte und Grundfreiheiten muß in
ihr ebenso verankert sein wie die Minderheitenrechte.
Für eine innere Reform
der Europäischen Union
Innen- und außenpolitisch muß die
Europäische Union handlungsfähiger und damit auch
glaubwürdiger werden. Zudem gilt: nur eine
starke Gemeinschaft kann auch neue Mitglieder aufnehmen. Deshalb sind ihre Institutionen, Arbeitsmethoden und Entscheidungsverfahren effizienter zu machen.
Für die Realisierung
der Wirtschafts- und Währungsunion
Im immer stärker werdenden weltweiten
Wirtschaftsgeflecht kann die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit der Europäer künftig
nur durch eine gemeinsame stabile Währung
gewährleistet werden. Die Währungsunion
eröffnet neue Chancen für Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung.
Das politische Schicksal Europas ist eng an
den Erfolg der Wirtschafts- und Währungsunion
gekoppelt.
Für eine wirkliche Politische Union Europas
mit einer voll ausgestatteten Unionsbürgerschaft, einer gemeinsamen Währung und einer
gemeinsamen Politik. Nur so kann den
anstehenden Problemen wie Inflation, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, internationaler Kriminalität, wachsendem Nationalismus und
Rassismus wirksam begegnet werden und die
Europäische Union ihre kontinentale und
globale Verantwortung als Stabilitätsfaktor
und friedenssichernde Kraft wahrnehmen.